Freitag, 2. Mai 2014

Wie ich über die Badische Weinstraße schrieb




Mein Redakteur will von mir immer etwas besonderes: Ein Text wie ein Gedicht, wie ein Lied, wie ein Traum. Wenn es um Informationen geht, dann nur um die der Insider.
Ja gut, dachte ich mir und habe ihm ein Thema vorgeschlagen: die 60 Jahre alte Badische Straße, eine schöne Gegend, guter Wein, viele Geheimtipps von den Insidern, wie er es mag. 
Na ja, Wein! Da hatte er Bedenken wegen des Alkoholwerbeverbots in Russland. Aber, gut, dennoch sollte ich fahren und schreiben, es würde schon irgendwie werden...

So konnte ich es nicht lassen. Erstens, ich wohne in Deutschland, hier gewöhnt man sich schnell daran, immer genau hinzuschauen, genaue Fragen zu stellen und danach genaue Antworten zu finden. Zweitens, es ist auch eine Art von Berufskrankheit. Drittens, zwei von meinen Freundinnen sind Juristinnen, da guckt man sich manches ab.

Ich habe gegoogelt, überall gesucht und nicht nur den Text des Gesetzes gefunden, sondern auch ein paar Interpretationen und Deutungen.

Freitag, 28. Februar 2014

Zaren-Pfannkuchen (Blinis) / Царские блины





Die Butterwoche oder Masleniza (russisch) ist wieder da. Und der Karneval. Gleichzeitig. Es ist sehr schlimm, besonders für die, die abnehmen wollen (wie ich), gesund und vernünftig leben wollen (wie mein Mann). Aber es ist auch ein Fest für unsere unvernünftigen, fröhlichen Kinder, zum Beispiel.
Die letzten Tage leben wir nach dem Prinzip „Die Katze hat jeden Tag eine Butterwoche“.

Не все коту масленица - печь блины, когда дети вылетели из гнезда, сложнее, чем когда дом полон детей и гостей. Поэтому решено экспериментировать. Каждый год пробовать какой-нибудь новый рецепт.


Vorgestern waren Blinis, gestern waren gefüllte Blinis. Es wurde langsam zu langweilig für mich. Ich gedachte mir: man muss an sich hohe Ansprüche stellen, danach streben,  immer besser zu sein. Vielleicht würde ich so was mir nicht denken, wenn ich nicht das Buch von Peter Sloterdijk „Du musst dein Leben ändern“ läse. Es geht im Buch über Artistik, Akrobatik (im symbolischen, metaphysischen  Sinn), ja. Aber ich bin frei, mir selbst die passende Vertikale aussuchen und ausstellen.

Ich blätterte in einem alten Kochbuch und überlegte mir etwas neues zu kochen. Leider hatte ich kein Buchweizenmehl Zuhause (sonst hätten die Kinder einfach Pech – sie müssten dann die Buchweizen-Blinis  essen).  Ich fand Zaren-Blinis: schrecklich kalorienreich, fettig, ungesund. Aber das Rezept war so verlockend.

В старой кулинарной книге я обнаружила рецепт "Царских блинов": много сливок, много сливочного масла - воистину МАСЛЕНИЦА. Попробовали, великолепны. Но: приготовил тесто - сразу печь, испек - сразу есть. Не практично, да. Празднично!

Dienstag, 3. Dezember 2013

Ravioli mit Mangold-Käse-Füllung




Ich mag Mangold, das schöne Blattgemüse. Ich mag nicht den bleichen weißen, sondern den bunten Mangold mit roten Stielen, die den Blutgefäßen ähneln. Ich schätze ihn als ein Schmuckstück in meinem Blumenbeet, nein, noch mehr - als ein echtes Kunstwerk der Natur.

Ich mag ihn in früherer Morgenstunde fotografieren, wenn die Blätter noch von silbernem Wassernetz bedeckt sind. Ich mag den Mangold am Abend gegen den Sonnenschein fotografieren.  Aber irgendwann, genau gesagt – nach dem ersten Frost – ist Schluss mit dieser Schönheit. Das ganze Gemüse „Mangold“ muss geerntet und gegessen werden.

  
Wenn der Mangold geerntet ist, dann kriege ich ein echtes Problem: keine außer mir mag ihn essen. Und immer im November-Dezember muss ich etwas Neues ausdenken, kreativ in der Küche sein, damit meine Familie zufrieden wird.

Donnerstag, 28. November 2013

Russische Gemüsesuppe: Borschtsch. Die Vegetarische Version / Борщ, вегетарианская версия





Diese Suppe ist schon zur Ikone der russischen Küche geworden, zum russischen Markenzeichen. Warum? Jeder, der sich schon mal mit den Essgewohnheiten der Russen befasst hat, weiß, was Borschtsch ist. Sogar dann, wenn er noch nie einen gegessen hat. Als in Düsseldorf eine riesige Ausstellung der französischen Impressionisten und der russischen Avantgarde aus vier russischen Hauptmuseen eröffnet wurde, kochte ein deutscher Katering Borschtsch, zum Einklang sozusagen. Oder für die  Atmosphäre. Der Duft erfüllte das Museum, er klang wie eine russische Hymne, pardon, roch. Der Borschtsch roch richtig, sah aber ganz anders aus. Übrigens wagte ich es damals nicht zu probieren: die Dissonanz war zu groß. Keiner aus dem Museum und keiner vom Katering hatte sich überlegt, ob die Ikone der russischen Küche zu den Ikonen der russischen Kunstavantgarde überhaupt passte. Der Borschtsch ist wie Umgangsprache, er darf sich nicht in den Palästen breit machen. Er gehört auf die Straße, auf den Markt.

Можно сказать, борщ - это икона русской кухни (по-крайней мере, так он воспринимается в Европе, среди тех, кто не досконально изучил кулинарный вопрос). Почему? Во-первых, едва знакомые с русской культурой уже знают, что это за суп такой. Даже те, кто его не едал никогда. Во-вторых, понятие Советский Союз прочнее укоренилось в сознании, мало кто отчетливо понимает, какие нации живут в молодых образовавшихся после распада странах, у всех есть некий ментальный знак равенства Россия - страна Советов - русские - борщ.
Сначала случай: несколько лет назад в ведущем художественном музее Дюссельдорфа (Германия) открылась выставка французского импрессионизма и русского авангарда из собраний четырех главных российских музеев (два из Петербурга и два из Москвы). Как созвучие немецкий кэйтеринг предложил публике в музейном кафе ничто иное, как гастрономическую икону - борщ. Как созвучие. Или как атмосферу, так сказать. Ну и результат: в залах с картинами Моне и Мане, Кандинского и Лентулова витал аромат борща. Это звучало как русский гимн, пардон, не звучало. а пахло. Честно сказать, не пробовала. Для меня запах борща представлял собой такой диссонанс к выставке, что хотелось убежать куда подальше, а не хвататься за ложку. Никто из музейщиков не задумывались, а соответствует ли русская гастрономическая икона иконам авангардным...

Sonntag, 24. November 2013

Käsehörnchen mit Marmelade / Рогалики из творожного теста со смородиновым джемом



Was wünscht man sich an einem kalten trüben Sonntagsmorgen? Einen heißen Kaffee, ein Stück Kuchen oder ein süßes Gebäck. Aber das musste man noch am Tag vorher vorbereiten. Für eine gemütliche Morgenstunde soll vorzeitig gesorgt werden...  

Воскресным зимним днем, холодным и сумрачным, что может быть лучше, чем аппетитное утешение - сладкая выпечка, например. Счастье, правда, нужно подготовить заранее - испечь накануне.


Ich wollte unsere Kinder ein bisschen verwöhnen und backte deswegen nicht meine gewöhnlichen "Cantuccini "  (nach Tante Ina‘s Rezept), sondern russische Hörnchen aus Käseteig mit Marmelade (schwarze Johannesbeeren). 

Обычно в таких случаях я делаю "сухарики" (бискотти или кантуччини по рецепту моей тети "Cantuccini "  (nach Tante Ina‘s Rezept) или тркбочки с корицей / орехами. Но вот на этот раз случилсиь творожные рогалики с джемом (черная смородина).


Es ist nicht so leicht zu erklären, was für Käsesorte braucht man für den Teig. Wenn ich einfach "Tworog" sage, werden mich nur wenige Leute verstehen. Die Polen – dort nennt man dieses Milchprodukt „Twarog“. Und die Tschechen – sie nennen es „Tvaroh“.   Die osteuropäische Käsespezialität wird nach ähnlichem Verfahren wie Quark produziert, sieht aber etwas anders aus, und schmeckt auch anders. Tworog hat niedriger Wassergehalt als Quark, ist viel trockener und körniger (Käsebruch wird nicht über einen Sieb passiert), schmeckt ein bisschen säuerlicher.  Fettanteil kann unterschiedlich sein – von 0,5% bis 30% Fett. Ich kaufe immer den mageren.

Для русскоязычного читателя все вышеприведенное неважно: я объясняю, что такое "творог", и чем он отличается от всех известных  подобных молочных продуктов.

Montag, 4. November 2013

Usbekischer Tomaten-Salat




Wie kann man alles rechtzeitig schaffen? Ich habe den letzten „Tomaten-Photoshooting“ Mitte Oktober gamacht, wollte, eigentlich, sofort posten. Augen zu, Augen auf – es ist schon November, es regnet und es ist kalt. Wer will noch den kalten Tomaten-Salat in dieser Zeit?

Aber trotzdem. Ein bisschen Farbe, Sonne, das schadet nicht. An einem warmen Tag im Oktober machte ich diesen wundervollen usbekischen Salat. In Usbekistan nennen die Leute ihn „Atschik oder Atschischuk“, machen nur aus einer bestimmten Sorte Tomaten, süß uns saftig. Ich nahm die Sorten „Ochsenherz“ und „Black Russian“.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Marinierte Pilze mit Italienischen Kräutern





An einem sonnigen Tag fand ich viele Gold-Röhrlinge unter Lärchen. Zuerst wusste ich nicht, dass da die Pilze aus der Familie Schmierröhrlinge waren, ich habe diese Spezies noch nicht gesehen. Zum Glück gibt es mobiles Internet, sogar im Wald. Ich schlug beim Google nach, fand die passende Bilder und Beschreibung und sammelte alle hübsche kleine Pilze.
Die Gold-Röhrlinge waren einfach wunderschön! Ich musste unbedingt die Pilze so zubereiten, dass es sogar im Gericht ihre Schönheit zu Geltung kommen konnte. In Salz einlegen, wie ich am besten mag, konnte ich nicht, dafür war nicht die richtige Menge da. In einer traditionellen Marinade einlegen wollte ich auch nicht (mag keinen Essig). Da entschied ich mich für etwas neues, und zwar „marinieren mit italienischen Kräutern und Olivenöl“.
Ein richtiges  Rezept hatte ich nicht, aber eine Freundin von mir, bei der ich marinierte Champignons probierte, meinte, nichts leichter als das: Zitronensaft, Olivenöl, Knoblauch, Basilikum, Thymian, Pfeffer, Salz…

So marinierte ich dann die Gold-Röhrlinge.